Kampfkunst und Philosophie

Vovinam ist eine vietnamesische Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Der Begriff “Viêt-Võ-Dao” enthält drei Elemente: “Viet” steht für das Land Vietnam, “Võ” für die Kampfkunst und “Dao” für den Weg. Vovinam - Viêt-Võ-Dao basiert auf dem Prinzip der Harmonie zweier polarer Urprinzipien. Die Yin & Yang-Theorie (in vietnamesisch: Am & Duong) besagt, dass alle Geschehnisse im Universum und auf Erden durch das ständige Wechselspiel von Yin (negativ) & Yang (positiv) bewirkt werden.

Ausgehend von Võ-Thuat, der Kampfkunsttechnik als Mittel, entwickelt ein Schüler im Laufe der Trainingsjahre die Fähigkeit, hart und weich miteinander zu ergänzen und je nach Situation im richtigen Verhältnis anwenden zu können, sei es im Kampf oder im alltäglichen Leben. Doch nicht nur das Prinzip der Harmonie von hart und weich trägt dazu bei, die Philosophie der Kampfkunst zu verinnerlichen, sondern auch viele andere Dinge, die aus dem Training hervorgehen, z.B. Kampfgeist, Mut und Zähigkeit, aber auch Fairness, Bescheidenheit und Toleranz.

Mit der gegenseitigen Begrüßung (“die starke Hand auf dem gütigen Herzen”) wird dem Schüler im Rahmen des Trainings sowohl das Hauptprinzip, als auch das Ziel des Vovinam - Viêt-Võ-Dao ständig ins Bewusstsein gerufen.

Hierbei geht es darum, die Kraft und Reaktion des Gegners auszunutzen, d.h. mit geringem eigenen Kraftaufwand eine maximale Wirkung zu erzielen. Vovinam beinhaltet das Training des gesamten Körpers.

Zur Selbstverteidigung benutzt der Vovinam-Schüler Hand- und Ellenbogentechniken, Fußkicks, Fußfeger, Würfe und Hebeltechniken. Trainiert werden Angriffs- und Abwehrtechniken, Befreiungstechniken, Fußtechniken, festgelegte Formen (Quyen, Song luyen), Freikampf und der traditionelle Ringkampf.